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“Die jungen wilden Visionäre sind unsere Zukunft”

Der Kurzfilm Unberührt des wagemutigen oberösterreichischen Regisseurs David Birner entführt in die Kühle des alpinen Fin-de-Siècle, wo ein Geschwisterpaar vom verwitweten Vater körperlich und seelisch misshandelt wird. In die Kulisse roher Natur gebettet, zeichnet Birner ein bildstarkes, ungeschöntes Zeugnis häuslicher Gewalt. Im Rahmen des K3-Festivals, das sich seit 10 Jahren dem Filmschaffen aus Kärnten, Friaul-Julisch-Venetien und Slowenien widmet, gibt’s am 23.9.2016 in Villach die Weltpremiere. Im Interview erzählt David Birner über die Hintergründe des Films und seine Visionen.

David Birner (c) Severin Wurnig


“Unberührt” behandelt ein Thema, das in zwischenmenschlichen Wunden rührt, alltäglich ist und doch gerne auf biedermeierliche Art und Weise verschwiegen wird. Was hat Ihnen den Anstoß zu diesem Film gegeben? 

David Birner: “Als ich das Drehbuch zum ersten Mal gelesen habe, hat mich der raue, brutale Ton, das realistische Setting und das Düstere sehr gereizt. In der Vergangenheit zu reisen ist als Regisseur immer besonders interessant. Und nachdem die Thematik der häuslichen Gewalt auch in der Gegenwart omnipräsent ist, habe ich mich für diesen Film  entschieden. So kann man eine visuell interessante Geschichte erzählen, die noch dazu ein wichtiges Thema behandelt.”

Was fasziniert Sie am Aufeinandertreffen der Gewalt im Geheimen, die noch dazu recht aktuell ist? 

David Birner: “Faszinierend ist, dass es bei jedem daheim sein kann. Der Nachbar erweckt vielleicht nach außen hin den Eindruck, ein netter Familienvater zu sein. Doch was sich tatsächlich hinter den vier Wänden abspielt, bleibt im Verborgenen. Häusliche Gewalt kommt öfter vor, als man denkt. Meistens da, wo man es am wenigsten erwartet. Es betrifft jeden, kann schnell passieren und man gerät, ehe man sich versieht, in einen Teufelskreis. Erst ist es nur einmal passiert, dann passiert es wieder und irgendwann nimmt man das hin, macht weiter. Plötzlich wird es dann zum Alltag.”

Mit welchen Adjektiven würden Sie den Film beschreiben?

David Birner: “Still und hässlich.”

Maria Saal Freilichtmuseum. Veronika Petrovic (Darstellerin der Tochter Maria)                           (c) Luzy Fox


Was ist für Sie die wichtigste Botschaft des Films? 

David Birner: “Natürlich schwebt die Botschaft Häusliche Gewalt über diesem Film, aber im Grunde hat er keine Botschaft. Es gibt kein Wichtig oder Unwichtig bei diesem Film. Diesen moralischen Finger aufzeigen, das will ich unterlassen. Ich biete auch keine Lösungen. Ich zeige nur auf, wie es sich im Jahr 1895 bei irgendeiner Familie in Österreich vielleicht so zugetragen hat.”

Wie gestalteten sich die Dreharbeiten in der Location Kärnten? Was ist das Besondere an den Schauplätzen und warum ist Kärnten für Sie geeignete Kulisse? Wo haben Sie in Kärnten gedreht? Wie vermengen sich Story und Location?

David Birner: “Die Dreharbeiten, mit so einem geringen Budget, haben sich natürlich als schwierig herausgestellt und als echte Belastungsprobe für die ganze Crew. Die Kälte und der Schnee waren unser größter Feind. Wir waren ja ziemlich weit oben. Doch dank der Kärntner Bevölkerung haben wir auch diese Hindernisse überwunden. Ohne die Kärntner Filmcommission, die Kärntner Gemeinden und die Bevölkerung hätten wir das so nicht geschafft. Das Besondere ist die unberührte Natur. Die weitreichenden Landschaften, Berge, Täler und Wiesen. Und natürlich das wunderschöne Maria Saal Freilichtmuseum. Nicht zu vergessen, die einzigartige Kugelfichte in Eberstein. Das alles ermöglicht es, in eine andere Welt einzutauchen. Ich kann es hier nur nochmal betonen: Die Gastfreundschaft und die schiere Motivation der Menschen in Kärnten für dieses Projekt war einfach unglaublich. Wir haben in Griffen, Bad Eisenkappel, Maria Saal und in Eberstein gedreht. Das passiert auf natürliche Weise. Denn beim Location-Scouting habe ich natürlich besonders darauf geachtet, dass die Drehorte ihre eigene Geschichte erzählen. Es muß letztendlich eine Synergie sein. Meistens spürt man das ja sofort, wenn man inmittein einer passenden Location steht. Das ist ein magischer Moment für einen Regisseur.”

Was fasziniert Sie am “rauen, brutalen und düsteren Ton”? Ist es das Österreichische? Die verführerische versteckte Grausamkeit des Südens in einer inspirierenden Naturidylle? Ist es eine Art Schauerromantik?

David Birner: “Wenn ich an bauernhaftes Leben vor 150 Jahren denke, dann stelle ich mir das Gscherte vor, das Dreckige, Ungehobelte, Kernige. Für mich ist es etwas Österreichisches. Schwer zu beschreiben. Aber wenn man in Österreich geboren ist, versteht man was ich meine. Der Schnaps, das Bier, das Saufen – das gehört alles dazu. Die Grausamkeit kommt dann von alleine zustande. Durch ein Unglück oder eben durch Alkohol. Mich fasziniert zusätzlich die Abgeschiedenheit, wo die Brutalität noch mehr gedeihen kann. Das Leben damals war ja hart, der Glaube groß und oft bestimmte das Wetter den Tag. Dann kommt noch Einsamkeit, Isolation dazu. Da kann es dann schon sein, dass man komplett auszuckt.”

Welche Bedeutung spielt Musik in diesem Film? 

David Birner: “Ich habe mich dafür entschieden, keine Musik zu verwenden. Es sollten der wenige Dialog und die Umgebungsgeäusche im Vordergrund stehen. Nichts soll von den Geschehnissen ablenken. Ich brauche bei diesem Film keine dramatische Musik, die eine bestimmte Situation unterstützt. Das Pfeifen des Windes, das Knarzen des alten Holzbodens oder das Knistern des Feuer genügt schon, um in die Welt einzutauchen. Die Dramatik bekommt durch die natürliche Stille noch eine zusätzliche Bedrohung.”

Wie verlief das Casting? 

David Birner: “Das Casting verlief interessant. Hier muss man auch so ehrlich sein, dass es sich oft äußerst schwierig darstellt. Vor allem bei den Erwachsenen. Es kommen einfach zuviele aus dem Theaterbereich. Das kann funktionieren, aber in den meisten Fällen ist das alles zu hölzern. Trotzdem bewundere ich hier das Durchhaltevermögen aller Schauspieler und ich weiß, dass Castings nicht einfach sind. Bei den Kindern war es leichter. Hier liegt aber auch viel an den Müttern. Man merkt sofort, ob das die Kinder wirklich wollen oder ob sie dazu eher gedrängt werden.”

Konnten Sie Ihre Wunschdarsteller gewinnen? 

David Birner: “Wunschdarsteller ist immer so eine Sache. Bei so einem geringen Budget spielt Zeit eine wichtige Rolle. Natürlich kann ich nicht ewig casten, letztendlich habe ich die Richtigen gefunden. Obwohl das auch ein steiniger Weg war. Insbesondere was der Lorenz (Anm.: Lorenz Pojer von der Bühne Baden in der Rolle des Knaben Karl) auf die Leinwand gezaubert hat, ist schon bemerkenswert. Ich rate ihm, den Filmweg konsequent weiterzugehen. Da steht eine große Zukunft vor ihm.”

Schauspieler Lorenz Pojer als Karl im Freilichtmuseum in der Wohnstube in Maria Saal (c) Luzy Fox


Wieviel von Ihrer Vision konnten Sie umsetzen?

David Birner: “Ich konnte viele meiner Ideen umsetzen. Leider ist es aber auch so, dass durch das geringe Budget viele Möglichkeiten auf der Strecke bleiben. Aber nicht weiter schlimm. Denn das Wichtigste ist immer die Essenz meiner Vision. Wenn der Film diese widerspiegelt, ist alles gut.”

Muss man überzeichnen, um gegen abgestumpfte Monotonie anzukommen?

David Birner: “Wenn ich jetzt einen Film über häusliche Gewalt im klassischen Österreichgewand gedreht hätte, das wäre abgestumpfte Monotonie für mich. Deswegen überzeichne ich stellenweise, um die Botschaften im neuen frischen Gewand zu präsentieren.”

Wie kam es zur Entscheidung, die Weltpremiere in Villach zu starten?

David Birner: “Ich wurde vom K3-Festival persönlich kontaktiert, ob ich denn Interesse hätte, meinen Film beim Wettbewerb zu präsentieren. Nach der Sichtung bekam ich grünes Licht. Klarerweise fühlte ich mich geehrt und dies war somit eine leichte Entscheidung. Dazu kommt, dass sich der Kreis so wieder schließt. Damit gebe ich auch der Kärntner Bevölkerung etwas zurück. Außerdem ist das ein tolles internationales Festival. Jetzt habe ich persönliche Beziehungen zu Kärnten. Ich durfte dort viele tolle und interessante Menschen kennenlernen.”

Wie haben Sie als junger Regisseur Ihren Weg zum Film gefunden und Ihre Liebe zum unterschätzten und vergleichsweise wenig wahrgenommenen “Kurzfilm” entdeckt? 

David Birner: “Als Kind war ich schon von amerikanischen Filmen der 80er und 90er fasziniert. Die inspirieren und beeinflussen mich bis heute noch. Das merkt man meiner Regiearbeit auch an. Den Weg hab ich über die Schauspielerei gefunden, wo ich zuerst vor der Kamera agiert habe. Dann hat es mich aber immer mehr hinter die Kamera gezogen.”

Worin liegen die Herausforderungen und die Chancen in diesem Genre?

David Birner: “Bei aller Liebe zum Kurzfilm, mache ich derzeit deswegen welche, damit ich später Spielfilme drehen kann. Kurzfilme sind einfacher zu realisieren und eine gute Gelgenheit, sein Können zu zeigen. Dadurch kommt man dem Spielfilm einen Schritt näher. Das ist zumindest in meinem Fall so. Keine Frage: Kurzfilme sind interessant, aber die Möglichkeiten, die ein Spielfilm für mich bietet, die sind einfach unschlagbar. Die Herausforderung liegt darin, dass du weniger Zeit hast. Es ist einfach schwieriger, Charaktere in dieser kurzen Zeit so weit zu etablieren, dass die Zuschauer eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen. Bei mir  ist das noch schwieriger, denn ich bin ein sehr visueller Regisseur. Meine Bilder müssen atmen. Ich konzentriere mich nicht nur auf die Schauspieler, sondern auch auf die Umgebung. Das heißt: doppelter Zeitverbrauch. Schnitt, Gegenschnitt interessiert mich nicht. Klar, ich könnte mich nur auf die Schauspieler konzentrieren, ständig ihr Gesicht filmen und mich nur auf die Menschen fokussieren. Aber das ist nicht mein Weg. Ich will die Schauspieler in einer bildlich kraftvollen Umgebung spielen lassen. Das kostet einfach zusätzlich Minutenzeit. Das Schwierige daran ist, den Fokus nicht zu verlieren. Was ist wichtiger in diesem Moment: Schauspieler oder Umgebung? Es muss immer eine Synergie ergeben. Das ist für mich die Königsklasse.”

Maria Saal Freilichtmuseum. David Birner (Regisseur, Produzent und Drehbuchautor) (c) Luzy Fox


Im Trailer werden Sie als “visionary director” bezeichnet. Wie verstehen Sie den “Visionär”-Begriff in diesem Zusammenhang? 

David Birner: “Eine sehr gute Frage. Da muss ich etwas ausholen. Visionär ist für mich, wenn man über den Tellerrand denkt. Klar, ich hätte einen normalen Bauernfilm machen können. Einen nüchternen, farblosen, komplett realistischen Kurzfilm. Vielleicht auch noch Schwarzweiß. Dann würde ich sagen, es wäre ein typisch österreichischer Kurzfilm, der im Bauernmilieu angesiedelt ist. Das ist aber unspannend. Das machen die anderen schon.  Ich versuche, österreichisches Kino mit amerikanischem zu vermischen. Das lässt sich durch meine Kindheit erklären. Ich bin mit 80er und 90er Ami-Kino aufgewachsen. Ich spiele gern mit Farben, wie man auch im Trailer sehen kann. Grenzen durchbrechen, andere Menschen inspirieren. Sich was trauen. Schematas in Frage stellen. Das ist für mich visionär. Österreichischer Film ist super, visuell jedoch relativ unspektakulär und extrem dialoggetrieben. Entweder haben wir ein Nazithema, ein Ausländerthema oder sonst irgendwas in der Realität Verankertes. Es gibt da wenige Ausnahmen. Deswegen geht bei uns auch fast keiner ins österreichische Kino. Was Österreich braucht sind visionäre Regisseure, die Mauern einreißen. Regisseure, die Eier haben. Wir brauchen Selbstbewusstsein, wir müssen nach vorne preschen. Nicht immer dieses Kleinhalten, dieses Sich-nix-trauen. Die junge Generation an Regisseuren wächst doch gerade wieder so auf: Nix trauen. Einheitsbrei und bescheiden wie eh und je. Wir müssen uns Visionen einfallen lassen. Sonst wird das nix – egal ob national oder international. Vor allem im Entertainment-Sektor. Es muss sich dringend etwas in der Kinolandschaft ändern. Fast immer sind Hollywood-Filme am erfolgreichsten. Warum? Weil man nicht darauf hört, was die Jungen wollen. Was cool ist. Wann habe ich mein letztes Kinoticket für einen österreichischen Film eingelöst? Da muss ich lange nachdenken. Mein letztes Kinoticket für einen Hollywood-Film? Zack! Da fallen mir gleich haufenweise ein. Ich war jetzt über 2 Jahre in Wien im Kurzfilmsektor unterwegs. Wohlgemerkt, nur im sogenannten No-Budget-Sektor. Aber hier fängt ja alles an. Hier wird der Nachwuchs geformt. Doch wo sind die mutigen, visuellen, internationalen Bilder? Es ist teilweise ein großer Sumpf, wo immer und immer wieder dasselbe gedreht wird. Niemand traut sich, etwas anderes zu machen. Ganz zu schweigen von der Arbeitsmoral: Lieber einen gemütlichen Dreh haben, als dass man versucht etwas Einzigartiges auf die Beine zu stellen. Das geht nur, wenn wirklich alle an einem Strang ziehen.”

Das sind große Forderungen. 

David Birner: “Klar, ich bin ein sehr fordernder Regisseur, aber ich verschwende meine Zeit nicht. Dieses gemütliche Filmdrehen ist nichts für mich. Gerade unter dem Druck einer No-Budget-Situation kann ich mit Gemütlichkeit nichts anfangen. Es muss ein Geben und Nehmen sein. Leute, die sich eine schöne Zeit am Filmset machen wollen, sind meiner Meinung nach sowieso komplett im falschen Beruf. Nur wenn jeder 100% gibt, kann etwas Besonderes entstehen. Dieses ganze Verhalten in der Szene verscheckt junge, visionäre Regisseure und desillusioniert komplett. Visionäre kommen ja nicht über Nacht. Das braucht viel Zeit, viel Ausprobieren, viel Selbstbewusstsein, viel Bestärkung von der Szene. Nur: Wie will man denn in diesem Sumpf Visionär werden? Wo soll man sich da die Inspiration holen? Das ist ja alles eine Kettenreaktion. Mir kann keiner erzählen, dass es nicht interessanter ist z.B. ein Pub komplett in Blau zu leuchten, als die stinknormale Beleuchtung einzuschalten. Auch für einen Tonmann ist das sicher interessanter, weil normales Licht kann er sich auch daheim ein- und ausschalten. Die jungen wilden Visionäre sind unsere Zukunft. Da muss man schon einen starken Kopf haben. Mein Kopf ist ja Gott sei Dank aus Stahl. Den Tipp, den ich jedem da draußen derzeit geben kann: Von Anfang sein Ding durchziehen und auf keinen hören. Egal was kommt. Immer weitermachen, nicht aufgeben. Sich auf niemanden verlassen und arbeiten, arbeiten, arbeiten. Klingt kitschig, ist aber so. Achja, und das Wichtigste hätte ich fast vergessen: Am Set herumschreien. (lacht)”

Also: Vision erfordert Arbeit?

David Birner: “Für mich machen es sich zuviele Leute hier viel zu einfach. Sie schauen nur  auf Story, nicht auf das Bild. Es geht beides! Es muss nicht zwangsweise etwas in den Hintergrund rücken. Klar, das ist schwierig – eben die Königsklasse. Aber die meisten probieren es nicht einmal. So bewegt man sich immer in seiner Komfortzone. So bringt auch Österreich nichts weiter. Noch ein Beispiel: Warum die xte normale Bürobeleuchtung oder das xte 0815 Büro nehmen und dann einen genialen Schauspieler hier oscarreif spielen lassen? Warum nicht eine geile, interessante Beleuchtung, ein stylisches Büro und den Schauspieler hier oscarreif spielen lassen? Weil die meisten einfach zu faul sind. Weil sich die meisten nicht trauen, Visionäre zu sein – aus Angst davor, es auszuprobieren. Ich würde mal sagen, 90 Prozent aller Filme in Österreich sind so. Wir sollten einmal auf 50/50 kommen. Es ist wie ein Hamsterrad, das nie aufhören wird, wenn nicht jemand auf den Tisch haut und gegen diesen Strom schwimmt. Das mache ich seit 2 1/2 Jahren. Und das ist erst der Anfang. (lacht) Letztendlich muss und soll es beides geben: den jetzigen österreichischen Film und das neue ungestüme junge Entertainment-Kino mit viel internationalem Einfluss. Dieses Thema ist mir sehr wichtig. Die Formel lautet: Visionäre = volle Kinosäle = mehr Budget = wiederum mehr Spielraum.”

Derzeit befassen Sie sich mit einem Science-Fiction-Projekt, das sich ebenfalls in Kärntner Kulisse bewegen soll. Wohin gehen diesbezüglich Ihre “Visionen”? 

David Birner: “Bei meinem aktuelle Sci-Fi-Projekt Snakebite werden wieder Grenzen überschritten. Noch ist der Film aber nicht vollkommen ausfinanziert. Also: Liebe Sponsoren, unterstützen Sie uns! Der Film gliedert sich in zwei Episoden, wobei ich die zweite Episode in Szene setze. Die erste macht mein guter Freund Satoshi, der bei einigen meiner Projekte als Director of Photography tätig war. Satoshi wird hier zum ersten Mal Regie führen. Natur spielt natürlich eine zentrale Rolle. Dafür ist Kärnten wieder ideal. Allein, dass ein Kurzfilm in zwei Episoden von zwei verschiedenen Regisseuren gedreht wird, ist schon mal was Anderes und zum Teil auch größenwahnsinnig. (lacht) Es wird kein normaler Kurzfilm – eben einer mit Vision dahinter. International ausgerichtet. Beide Geschmäcker bedienen. Um gewisse Grenzen zu sprengen. Dazu kommt, dass es Sci-Fi – also eine echte Rarität ist. Satoshi und mich verbindet dasselbe: Österreich international zu pushen; Entertainment zu verbreiten; den Einheitsbrei hinter uns zu lassen; andere junge Regisseure zu inspirieren, sodass sich hier die Filmlandschaft nachhaltig verändert. Das ist erst der Anfang. Ich habe viele Pläne, wie das passieren kann. Das ist aber noch ein langer Weg. Da müssen auch drastische Schritte her. Fragen Sie mich nochmal in 10 Jahren. (lacht)”

Fühlen Sie sich wohler hinter Kamera oder würden Sie sich auch gerne als Darsteller betätigen? 

David Birner: “Ich betätige mich immer wieder als Darsteller in meinen Musikvideos. Dort trete ich unter meinem Künstlernamen Imperial Law auf. Ich mache nebenbei leidenschaftlich gerne Musik. Das macht mir Spaß und ich stehe gerne im Mittelpunkt. Doch insgesamt kann ich hinter der Kamera am meisten bewirken.”

Was schätzen Sie besonders an Ihren schauspielenden Kollegen? 

David Birner: “Nun, ich habe noch nicht viele Schauspieler kennengelernt, die meine Visionen teilen. Das ist leider die Wahrheit. Ich treffe zu viele Schauspieler, die sich einfach aus ihrem Korsett nicht heraustrauen. Es gibt wenige Ausnahmen. Mein Unberührt-Cast ist da ein gutes Beispiel. Wir waren auf einer Wellenlänge, so wie es sein soll. Meistens jedenfalls. (lacht)”

Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten?

David Birner: “Ach, da gibt es viele. Spontan fallen mir Casey Affleck, Mickey Rourke, Michael Fassbender, Bradley Cooper, Emma Stone, Ron Perlman und Ben Mendelsohn ein.”

Haben Sie ein künstlerisches Vorbild? 

David Birner: “Ich versuche, mein eigenes Vorbild zu sein. Ridley Scott, Tarsem Singh, Paul Verhoeven, David Lynch, Terry Gilliam, Tim Burton, Michael Bay, Sergio Leone. So würde ich das mal runterbrechen.”

Gibt es ein bemerkenswertes Charakteristikum des österreichischen Films?

David Birner: “Nüchtern.”

Wenn man an Kultur spart, dann… 

David Birner: “… muss ich wohl bald wieder als Saturnverkäufer mein Dasein fristen. (lacht)”

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